Selene in Japan

Ein Jahr im Land der aufgehenden Sonne
 

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Sportfest und Konzert

Hallo ihr Lieben! In letzter Zeit war wieder einiges los, nach und nach kommen die Berichte! Ende April fand an meiner Schule ein Leichtathletik-Event und das jährliche Frühlings-Konzert meiner Brassband statt. Das Sportfest hat mich etwas an die deutschen Bundesjugendspiele erinnert. Im Gegensatz zu Deutschland allerdings, wo die meisten Schüler eher versuchen, es zu umgehen dort hinzugehen, bzw. wenig Einsatz zeigen, sind hier alle irgendwie begeisterter. Auch wenn es hier natürlich auch Schülerinnen gibt, die Sport oder vielleicht auch nur Leichtathletik nicht so sehr mögen, gibt jeder sein Bestes. Auch gibt es eine ganz andere Klassengemeinschaft. Wie schon bei dem Sportfest im letzten Jahr trägt man T-Shirts oder Pullis in der Farbe seiner Klasse. Momentan bin ich in Klasse A, welche die Farbe Rot haben. So bekommt und trägt jeder in der Klasse den gleichen Pulli. Außerdem geht die Klasse immer geschlossen von einer Station zur anderen. So hatte ich, auch wenn es wirklich super heiß war, sehr viel Spaß mit meinen Freunden und es sind ganz viele witzige Fotos entstanden Dann zwei Tage später war das Konzert des Brassband-Clubs meiner Schule, in dem ich auch mitgespielt habe. Dass die beiden Ereignisse so nah beieinander waren, war leider etwas unglücklich, da es doch sehr anstrengend war. Nichtsdestotrotz habe ich beides sehr genossen! Das Konzert fand in der Musikhalle der Präfektur, in der ich wohne, statt. Das fand ich für einen Schulclub doch sehr eindrucksvoll! Aber das ist hier üblich... Das war das letzte Mal, dass ich zusammen mit der Brassband gespielt habe, da ich beim nächsten Mal schon wieder in Deutschland bin. Es hat viel Spaß gemach und auch in der Brassband habe ich viele Freunde gefunden!

9.5.15 14:06, kommentieren

Kimono

Wie vielleicht ein paar von euch schon wissen, habe ich mir einen Kimono gekauft, bzw. bin gerade dabei. Das ist wirklich eine faszinierende Welt! Und was man nicht alles braucht! Die Sachen, die man letztendlich sieht sind nämlich nur ein Teil vom Ganzen. Aber erstmal, was sieht man denn überhaupt? Da ist natürlich der Kimono an sich, dann noch der Obi und Obijime und Obiage. Außerdem meist noch die weißen Socken, bei dem der große Zeh von den anderen getrennt ist (tabi) und die Schuhe (sori). Kimonos sind traditionell aus Seide oder auch Wolle, aber inzwischen gibt es auch (durchaus hochwertige) aus Polyesther, die deutlich einfacher zu pflegen und reinigen sind. Will man einen Seiden-Kimono waschen, gibt man ihn an eine spezielle Reinigungsfirma für Kimonos. Dort werden alle Fäden gezogen, die Stoffteile einzeln gewaschen und dann wieder (mit neuen Fäden) zusammengenäht. Außerdem gibt es noch einige Unterschiede im Schnitt, die häufig etwas über das Alter der Trägerin und die Gelegenheit zu der der Kimono getragen wird aussagen. So werden ganz lange Ärmel (furisode) nur von jungen Frauen getragen. Nachdem man verheiratet ist, würde das sehr komisch rüberkommen, meinte meine Gastmutter. Aber auch eine junge Frau trägt furisode nur zu festlichen Anlässen. Bei einem eher zwanglosen Ereignis wäre sie damit "overdressed". Dann gibt es natürlich (fast) alle vorstellbaren Farben und Muster und Bilder. Als ich meinen Kimono gekauft habe, wurde ich allerdings durch eine Sache etwas in meiner Wahl eingeschränkt: meiner Körpergröße. Da ein neuer Kimono sehr teuer ist, habe ich meinen in einem Second-Hand-Laden für Kimonos gekauft. Doch alte Kimonos sind mir häufig zu klein! Denn früher waren die Japaner ja (noch ) kleiner als heute, wodurch auch die Kimonos kürzer und schmaler waren. Auch Obis gibt es ganz verschiedene, die sich aber hauptsächlich durch die Musterung unterscheiden. So gibt es Obis, die komplett gemustert sind und welche, die eine Grundfarbe haben und nur an der Stelle, die vorne liegt und der, die gebunden wird, gemustert sind. Generell kann man sagen je mehr gemustert, desto teurer! Auch hier gibt es natürlich ganz viele verschiedene Farben und Muster. Kimonos und Obis mit Bildern sind häufig verschiedenen Jahreszeiten oder Anlässen zugeordnet. Ein Kimono, auf dem Ahornblätter zu sehen sind, besonders wenn sie rot sind, wird zum Beispiel im Herbst getragen. Allerdings scheint das heute nicht mehr ganz so streng angesehen zu werden. Unter anderem weil die meisten jungen Japaner die Bedeutungen vieler Bilder gar nicht mehr kennen. Aber jetzt zu den Sachen, die unter all dem versteckt sind und man nicht sieht. Das fängt unter anderem an mit einer Art Unterkleid, geht weiter über diverse Bänder (dünn und breit) und endet bei einem gewölbtem Pappbrett, das den Obi verstärkt. Ich habe von einer Freundin meiner Gastmutter, die Kimono-Lehrerin ist, beigebracht bekommen, mir meinen Kimono selber anzuziehen. In Deutschland gibt es schließlich niemanden, der mir dabei helfen könnte. Momentan brauche ich dafür mindestens eine Stunde, aber mit etwas Übung schaffe man das wohl in so 20 Minuten... Dann muss ich wohl noch etwas üben!

2 Kommentare 5.5.15 06:07, kommentieren

Asakusa

Ende März bin ich zusammen mit Midori, meiner momentanen Gastschwester und Shiori, meiner ehemaligen Gastschwester nach Asakusa gefahren. Das ist ein Stadtviertel Tokios, das absolut sehenswert ist. Dementsprechend ist es aber auch voll mit Touristen. Am bekanntesten sind der Tempel Senso-ji und das Tor Kaminari-mon. Wie beim Buddhismus üblich führt eine Straße vom Tor auf den Tempel zu. Der Senso-ji und dessen Tore sind bekannt für riesige rote und goldene Laternen, die zu berühren Glück bringt. Die Straße ist nur für Fußgänger zugelassen und gesäumt von vielen Ständen, die Souvenirs oder Essen verkaufen. Da findet man echt fast alles! Von ganz billigem Touristen-Ramsch bis zu wirklich wertvollen typisch japanischen Gegenständen. Vor dem Tempel gibt es zwei Stellen, an denen man sich (und seinen Geist) "reinigen" sollte, bevor man zum Tempel geht. Zum einen gibt es eine Art Brunnen, bei dem man mit einer Schöpfkelle etwas Wasser entnimmt und seine Hände wäscht. Es gibt auch Leute, die sich den Mund "waschen", indem sie etwas von dem Wasser in den Mund nehmen und es dann wieder ausspucken.Zum anderen gibt es einen großen Kessel, der mit Sand gefüllt ist und in dem Räucherstäbchen stecken. Den Rauch wedelt man sich zu und wird somit gereinigt. Dann geht man die Stufen zum Tempel hoch, wirft etwas Geld in eine Kiste mit Schlitzen an der Oberseite, klatscht in die Hände, verbeugt sich und spricht sein Gebet. Außerdem sind wir noch in ein Museum über die Edo-Periode (1603-1868) gegangen. Das war auch wirklich spannend! Edo ist der alte Name Tokios, das auch zu der Zeit Hauptstadt war. Gleich in der Eingangshalle gab es schon das erste Highlight: zwei Frauen haben im Kimono auf dem traditionellen Instrument "koto" gespielt! Das lerne ich übrigens seit April auch in der Schule! Dann geht man über eine Nachbildung der nihonbashi-Brücke, über die man früher nach Edo gekommen ist, in die Ausstellungsräume. Ein wirklich empfehlenswertes Museum (falls mal jemand von euch nach Japan kommt ) Auf dem Rückweg zur Bahnstation sind wir an einer Sumo-Arena vorbeigekommen. Da das Eingangstor geöffnet war, sind wie hingegangen, um uns das mal anzugucken. Normalerweise sind die geschlossen und Karten für die Events sehr teuer, aber da gerade Übungskämpfe zwischen den Schülern zweier Sumo-Schulen stattfanden, war die Arena offen. Das mal so von innen zu sehen war definitiv ein weiteres Highlight. Alles in allem ein echt schöner Tag!

3.4.15 05:38, kommentieren