Selene in Japan

Ein Jahr im Land der aufgehenden Sonne
 

Letztes Feedback

Meta





 

Impressionen IV

Der Frühling ist gekommen und es ist wunderschön in Japan. Die so viel gelobte Kirschblüte ist tatsächlich noch viel schöner als auf jedem Bild! Der Ausblick vom Fenster meines Probenraumes: Auf meinem Schulweg:

3 Kommentare 1.4.15 11:47, kommentieren

Die japanische Sprache III

Wie schon erwähnt, gibt es verschiedene Schriften im Japanischen. In diesem Beitrag möchte ich ein bisschen über die Kanji erzählen. Diese Schriftzeichen waren ursprünglich chinesische Schriftzeichen. Diese Schriftzeichen wurden mitsamt Bedeutung und Lesung allmählich ins Japanische übernommen. Diese chinesische Lesung wird on-Lesung genannt. Nun gab es aber natürlich schon japanische Wörter für viele Dinge. Diese Wörter wurden nun auch mit den Kanjis geschrieben, aber es blieb bei der japanischen, oder auch kun-Lesung. Deshalb hat fast jedes Kanji mindestens zwei verschiedene Lesungen. Doch es gab auch Begriffe, für die es kein Kanji gab. So zum Beispiel für viele Fischarten. Deshalb wurden neue Kanjis entwickelt, die dementsprechend nur eine kun-Lesung haben. Teilweise wurden Kanjis auch nach deren Aussprache übernommen. Klang die chinesische Lesung eines Kanjis also wie ein japanisches Wort, wurde es für dieses Wort benutzt. Deshalb kann das gleiche Zeichen in China und Japan eine komplett verschiedene Bedeutung haben. Heutzutage wird im Normalfall die kun-Lesung benutzt, wenn das Kanji alleine steht oder als Verb oder Adjektiv verwendet wird und die on-Lesung, wenn das Kanji mit anderen Kanjis ein Wort bildet. Nehmen wir als Beispiel die Zeichen für "nah" und "Ort". Steht dieses Kanji 近い (zusammen mit seiner Adjektiv-Endung) einzeln, liest man es "chikai" und es hat die Bedeutung "nah". Ist dieses Kanji 所 einzeln liest man es "tokoro" und es bedeutet "Ort". Bilden diese Zeichen aber ein Wort, also 近所 liest man es "kinjo" und es hat die Bedeutung "Nachbarschaft". Ist das nicht spannend?! Was ich auch immer sehr interessant finde, ist die Herkunft der Kanjis. So wurden viele von ihnen aus Bildern entwickelt. Hier die Entstehung der Zeichen für Auge, Sonne/Tag, Berg und Baum. Die beiden Zeichen für Japan sind 日本(nihon). Das erste Zeichen hat die Bedeutung Sonne und Tag. Der Zusammenhang ist ja ersichtlich. (Auch Mond und Monat haben das gleiche Zeichen.) Das zweite Zeichen ist entstanden aus dem Zeichen für Baum 木 und einem kleinen Strich. Dieser Strich geht durch die"Wurzel" des Baumes und so ist die Bedeutung dieses Zeichens Herkunft, Ursprung. Und so haben wir Japan, Ursprung der Sonne. Oder wie man es bei uns so schön sagt: "Das Land der aufgehenden Sonne". Weiter sind viele Kanjis aus anderen Kanjis zusammengesetzt. Das Kanji 重 hat die Bedeutung "ernst, wichtig, schwer". Verbindet man es mit dem Zeichen 力 "Kraft" wird es zu 動 und hat die Bedeutung "Bewegung". Noch besser: wird diesem Kanji noch ein Mensch 人 hinzugefügt bekommt man 働 "Arbeit"!

20.3.15 09:17, kommentieren

Puppenfest - Hinamatsuri

Endlich mal wieder ein Beitrag mit ein paar Bildern! Und zwar über das Puppen- oder auch Mädchen fest Hinamatsuri ひな祭り , welches wirklich beeindruckend ist! Das eigentliche Fest ist am 3. März, aber schon so ab Mitte Februar stellt man eine Art Treppenaufbau auf. Dieser Aufbau ist auch das wichtigste am ganzen Fest. Traditionell besteht er aus sieben Stufen, auf die die Puppen gestellt werden. Ursprünglich tragen diese Stoffe, mit Mustern aus der Heian-Periode, aber heutzutage gibt es auch moderne Stoffe. Auf der obersten Stufe ist das Kaiserpaar zu sehen. Der Kaiser trägt ein Schwert und die Kaiserin einen Fächer. Hinter ihnen ist ein goldener Wandschirm, zu dem rechts und links kleine Lampen stehen. Auf der nächsten Stufe sind drei Hofdamen, die jeweils sake(Reiswein)-Gerätschaften halten. Auf der dritten Stufe sitzen und stehen fünf Musiker mit traditionellen Instrumenten. Der eine Musiker hat kein Instrument, weil er der Sänger ist, dafür hält er einen Fächer. Es gibt drei Trommler und einen Flötisten. Auf der nächsten Stufe sind außen zwei Wächter, manchmal werden sie auch als Minister bezeichnet. Zwischen ihnen sind zwei kleine Tische mit Reisschalen. Direkt unter ihnen, also auf der fünften Stufe sind ein Orangen- und ein Kirschbaum. Außerdem noch drei Diener oder auch Samurai. Auf den untersten beiden Stufen sind Möbel, Gerätschaften und Wägen. Dabei sind die Sachen, die man im Palast benutzt auf der sechsten, und die, die die man außerhalb benutzt auf der siebten Stufe. So sind auf der sechsten Stufe zum Beispiel Truhen für Kimonos, eine Truhe für andere Kleidung mit einem Spiegel und Utensilien für die Teezeremonie. Auf der untersten Stufe sind dagegen zum Beispiel eine Sänfte, Lackboxen für Essen und ein von einem Ochsen gezogenen Wagen. Jede Familie, die eine Tochter hat, sollte mindestens das Kaiserpaar als Puppen haben. Da meine Gastfamilie zwei Töchter hat, haben wir zusätzlich zu dem großen Aufbau noch ein Kaiserpaar. Mit diesen Puppen wird um Glück und Schönheit für die Töchter gebeten. Ich habe gelesen, dass kommt von dem Brauch, Puppen auf Boote zu setzen und sie einen Fluss runterfahren zu lassen. Dabei sollen sie alles Böse mit sich nehmen. Was ich auch ganz spannend fand: man stellt die Puppen an einem sonnigen Tag auf und baut sie auch erst an einem schönen Tag wieder ab. Wenn sie deswegen noch nach dem 3. März da sind, muss man allerdings das Kaiserpaar umdrehen, sodass diese mit dem Rücken zu einem sitzen. Andernfalls heiratet die Tochter nicht! Außerdem gibt es noch Süßigkeiten und ganz viel andere Sachen mit Hinamatasuri-Motiven. Wir haben ganz süß aus Reiß, Omelett und anderem am 3. März unser Abendessen als Puppen gestaltet.

1 Kommentar 9.3.15 09:51, kommentieren