Selene in Japan

Ein Jahr im Land der aufgehenden Sonne
 

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Hakone National Park

Hier kommt der schon angekündigte Bericht. Da die Schule diesen Montag angefangen hat und ich somit von 6:30 Uhr morgens bis ungefähr 19:15 Uhr abends außer Haus bin, bin ich nicht früher dazu gekommen. Vom 23. auf den 24. August sind wir zum Hakone National Park gefahren und haben in einem traditionellem japanischen Hotel übernachtet. Zuerst sind wir in das Oowakudai Tal gefahren, in dem es heiße Schwefelquellen gibt. Das war wirklich interessant! Nur leider ist der Geruch nicht so angenehm... Dort gibt es eine Spezialität, die wir natürlich auch gegessen haben: schwarze Eier. Die wurden in einer dieser Quellen gekocht und somit hat die Schale die schwarze Farbe angenommen. Aber ansonsten schmecken sie ganz normal Doch man sagt, jedes Ei, das man isst, verlängert das Leben um sieben Jahre. Hier sieht man (trotz des leider schlechten Wetters) eine der imponierenden, dampfenden Quellen: Dann sind wir weiter gefahren zum Ashi-See und haben dort Soba-Nudeln gegessen. In Japan sind Restaurants häufig auf eine Sache spezialisiert. So waren wir in einem Laden, der ausschließlich Soba- und Udon-Nudeln verkauft hat. Das Museum, in dem wir danach waren, kann ich mir nur in Japan vorstellen: Wir waren in einem "Der kleine Prinz"-Museum. Ja genau, ein ganzes Museum über das Buch von Antoine de Saint-Exupéry und etwas über ihn, als Autor und Pilot. Aber es war wirklich schön hergerichtet und der Park drumherum auch (inzwischen war das Wetter besser). Danach sind wir nach Oratche gefahren, ein Eis essen. Aber nicht irgendeins natürlich sondern Sorte "Kuhmilch". Was aber wirklich lecker war! Dann ging es in das Hotel, in dem wir übernachtet haben. Dessen Lage war wirklich atemberaubend! Eine wunderschöne Aussicht. Dies sind Shiori und ich vor dem Hotel: Das war wirklich ein Erlebnis. Das Hotel ist auch ein Onsen, das bedeutet, es hat ein traditionelles japanisches Bad. Und da sind wir auch gleich nach unserer Ankunft hingegangen. Und zwar im Yukata, der etwas einfacheren Form des Kimonos, welche man vom Hotel bekommen hat. Das Bad ist getrennt nach Männern und Frauen. Man zieht sich komplett aus und geht dann in das Bad. Dort gibt es ein großes Becken mit heißem Wasser um die 45°C, was für japanische Verhältnisse noch normal ist. Auch wenn man duscht, hat das Wasser min. 40°C. In dieses Becken geht man aber erst hinein, nachdem man sich gewaschen hat. Am Abend gab es dann das spektakuläre Essen, von dem ich schon geschrieben habe und dann haben wir noch etwas Karaoke gemacht Die Zimmer waren auch ganz traditionell, das bedeutet der Boden war aus Tatami-Matten und im Wandschrank waren die Futons, die man abends zum schlafen gehen ausgebreitet hat. Ich im Yukata: Am nächsten Tag sind wir nach Oshino Hakkai gefahren. Das ist berühmt für seine 8 Teiche, die alle vom Schmelzwasser des Fujisans (nicht Fujiyama, das ist eine falsche Übersetzung) gespeist werden. Ein wirklicher Touristen-Spot, es war ziemlich voll, aber auf jeden Fall einen Besuch wert. Dort ist es wunderschön! Und dies alles war auch in der Nähe des Fujisan, man hat ihn immer wieder gesehen! Danach kam etwas ganz anderes: wir sind in ein riesiges Outlet-Center gefahren. Ein Riesengelände auf dem zig Kleidermarken ein Outlet-Geschäft haben. Außerdem gibt es noch Restaurants und Imbissbuden... Zu Hause angekommen sind wir erst spät abends, aber es war wirklich ein schönes Wochenende mit tollen Eindrücken! Hier noch etwas typisch japanisches: jemand, dessen Job es ist, ein Schild zu halten, vorzugsweise Hinweise fürs Parken. Das sieht man wirklich ständig!

3.9.14 14:46, kommentieren

Schulalltag

Nun hatte ich zwei Wochen Schule angefangen und somit mal die Beschreibung meines typischen Schultages. Ich stehe um 5:45 Uhr auf und verlasse zusammen mit Shiori um halb 6 das Haus (natürlich in Schuluniform!). Dann fahren wir mit einem Bus und zwei U-Bahnen zu der Haltestelle, die am nächsten an meiner Schule ist. Trotzdem müssen wir noch ein ganz schönes Stück zu Fuß gehen, und zwar die meiste Zeit bergauf. Zwischenzeitlich ist es so steil! Das ist echt anstrengend. An der Schule kommen wir dann so gegen halb 7 an. Da ist sie allerdings noch abgeschlossen. Es dauert jedoch nicht lang und einer der Security-Männer schließt auf. An jeder Tür steht einer, den ganzen Tag! Dann gehe ich in meinen Klassenraum, andere (unter anderem Shiori) treffen sich auch vor der Schule mit ihrem Club. Dann habe ich bis 8:05 Uhr Zeit mich von meinem Schulweg zu erholen und die anderen kommen alle. Dann beginnt die Schule, allerdings nicht mit Unterricht, sondern mit Home Room. Das ist so etwas wie Klassenlehrerstunde, dauert aber nur 5 Minuten. Dort kommt meine Klassenlehrerin Fukawa-Sensei (Sensei = Lehrer/in) und bespricht wichtige Dinge oder teilt Zettel aus. Außerdem wird am Ende ein Gebet gesprochen. Das liegt aber daran, dass meine Schule (übrigens eine reine Mädchenschule) christlich ist. Dann um zehn nach Acht beginnt der Unterricht. Eine Stunde dauert hier 50 Minuten, also fünf mehr, als in Deutschland. Da gibt es dann auch Fächer wie Hauswirtschaft oder Kalligraphie! Ich habe jeden Tag sechs Stunden. Zwischen der zweiten und dritten, ist eine etwas längere Pause und außerdem jeden Tag eine Andacht. Die findet entweder in der Kapelle der Schule mit anderen Klassen zusammen oder nur für eine Klasse in dessen Klassenraum statt. Zwischen der vierten und fünften ist dann Mittagspause. Da verschiebt man Tische und Stühle, um bequem mit seinen Freunden zusammen Mittag zu essen. Die meisten haben die typisch-japanischen Lunchboxen (Obento) dabei. Das bedeutet, Reis (immer!) und etwas Gemüse und entweder Fisch oder Fleisch. Einige haben aber auch Sandwiches dabei oder kaufen sich auf dem Weg zur Schule irgendeine Art von Gebäck. Um 15 Uhr endet dann der Unterricht, danach ist aber noch einmal Home Room. Diesmal mit mehr Zeit, falls es richtig was zu besprechen gibt. Danach ist dann Club. Das ist so etwas wie eine AG, allerdings ist jeder in einem Club, welche meistens jeden Tag sind. Ich bin in der Brass Band und habe jeden Tag Probe von 15:45 Uhr bis 18:00 Uhr. Dementsprechend bin ich so gegen 19:15 Uhr zu Hause. Was für ein Schultag! Dann mache ich, falls nötig, Hausaufgaben. Ansonsten entspanne ich einfach nur, nehme ein heißes Bad und gehe dann spätesten um 22:00 Uhr ins Bett. Ein paar Mädchen aus meinem Jahrgang und ich:

1 Kommentar 9.9.14 14:12, kommentieren

Einkaufen

Einkaufen in Japan ist wirklich ein Erlebnis. An eigentlich jede größere S- und U-Bahn-Station ist ein riesiges Einkaufszentrum angeschlossen. Da sind zwei Stockwerke unter und acht über der Erde keine Seltenheit. In den Untergeschossen gibt es gewöhnlich Essen. Das ist wirklich unglaublich. Das ganze sieht eher aus wie eine Markthalle mit einzelnen Geschäften. Allerdings etwas sauberer und eben unter der Erde. Was ich da schon gesehen habe, hätte ich mir nicht vorstellen können. Es fängt an mit Fischtheken, Muscheln und Fleisch, geht weiter zu spezielleren Sachen wie Sushi und Tempura (frittiertes, zum Beispiel Shrimps oder japanische Zucchini) und endet bei allem möglichen Süßem, japanischer und westlicher Art. In den anderen Stockwerken gibt es alles (!) andere. Klamotten, Schreibwaren, Schuhe, Kosmetik, Haushaltswaren und was das Herz noch so begehrt. Auch noch sehr eindrucksvoll war ein Technik-Einkaufszentrum. Allerdings auch sehr überfordernd. Stellt euch vor, ihr fahrt mit der Rolltreppe hoch und auf einer Ebene angekommen, springen euch Farben und Muster auf zahlreichen Schildern und Plakaten an. Dazu laute Musik, aber an jeder Ecke andere. Und weil das noch nicht reicht, um den Kunden zu überzeugen, reden drei Verkäufer von ihren Ständen aus gleichzeitig auf einen ein... Beim ersten Mal dort wurde ich wirklich überrollt Das Bild kann leider nicht so ganz all das rüberbringen

2 Kommentare 25.9.14 10:17, kommentieren