Selene in Japan

Ein Jahr im Land der aufgehenden Sonne
 

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Die japanische Sprache I

Japanisch ist so ganz anders als die romanisch-europäischen Sprachen. Das macht sie aber auch - meiner Meinung nach - so interessant! Also auch immer mal wieder etwas über die Sprache! Was natürlich ganz anders ist als im Deutschen ist die Schrift. In Japan schreibt man nicht mit lateinischen Buchstaben, sondern mit Schriftzeichen. Da gibt es drei verschiedene "Systeme". Zwei sogenannte Lautschriftalphabete und die Kanjis. Die Lautschriftalphabete werden so genannt, weil im Japanischen Konsonanten nicht alleine stehen können. So drücken die Schriftzeichen nicht wie bei uns einzelne Buchstaben aus, sondern es gibt die Vokale und dann immer die Verbindung zwischen Vokal und Konsonant. Nur eine Ausnahme gibt es, das "Schluss-n", da gibt es dann mal einen Konsonanten alleine. So ergeben sich 45 Zeichen . Die beiden Lautschriftalphabete haben verschiedene Funktionen, die hiragana-Zeichen werden für japanische Wörter benutzt und für Präpositionen und Grammatik, die katakana-Zeichen werden dafür benutzt, ausländische Wörter in die japanische Schrift umzuschreiben. So schreibe ich zum Beispiel meinen Namen in katakana-Zeichen: ゼレーネ (serene). Hier als Beispiel die Vokale, zuerst lateinisch, dann hiragana, dann katakana: a あ ア i い イ u う ウ e え エ o お オ. Die Kanjis sind die komplizierter aussehenden Schriftzeichen, die vorwiegend aus dem Chinesischen gekommen sind. Davon gibt es unglaublich viele, es heißt ein Erwachsene kennt so um die 10.000 Zeichen. Ich kann momentan so um 150 und damit noch lange nicht die Werbung in den U-Bahnen lesen. Als Beispiel die Zahl 4: 四 (sprich: yon) oder die Zeichen für Japan: 日本 (sprich: nihon)

2.1.15 06:08, kommentieren

Atami

Hiermit der Bericht über die kleine Reise vom 28. bis zum 30. Dezember mit meiner Gastfamilie. Wir sind nach Atami gefahren, eine Stadt, die für ihre heißen Thermalquellen ("onsen") berühmt ist und sich im Fuji-Hakone-Izu-Nationalpark befindet. Morgens ging es los, allerdings sind wir zuerst zum Schloss odawara gefahren und haben uns dieses angeguckt. Allerdings ist vom ursprünglichen Schloss nur noch wenig erhalten und das meiste rekonstruiert. In dem größten Gebäude ist ein Museum über die Geschichte des Schlosses mit sehr vielen Ausstellungsstücken aus allen möglichen Bereichen des Lebens. Ganz oben kann man nach draußen auf eine Aussichtsplattform und hat einen wunderschönen Ausblick. Nur - wie irgendwie immer in Japan - in alle Richtungen Häuser! Um von meinem Wohnort in eine Gegend zu kommen, die nicht komplett bebaut ist muss man min. drei Stunden mit dem Auto fahren. Was ich auch etwas seltsam finde, ist der Anblick von solch alten Sehenswürdigkeiten und direkt daneben ein hochmoderner Wolkenkratzer... Das trägt meiner Meinung nach nicht unbedingt zum Stadtbild bei Danach sind wir ans Meer gefahren. Ganz anders als in Deutschland: das Land am Meer ist nicht flach, sondern sehr felsig und bergig. So gibt es auch kaum Sand-, sondern eher Stein- und Kieselstrände. Aber ein paar Gemeinsamkeiten gibt es ja doch in jedem Land: Steine ins Meer schmeißen macht scheinbar jeder :D Das Bild, das ihr hier seht, zeigt eine etwas seltsame Felsformation, die man bei Ebbe sogar zu Fuß erreichen kann. Meine Gastmutter hat mir erklärt, dass die Japaner glauben, solch Formationen wurden von den Göttern erschaffen. Deshalb sieht wer genau hinschaut auf dem linken Fels ein kleines Tor. Das ist das Tor, was den Eingang von shintoistischen Schreinen kennzeichnet. Seefahrer beten dort zu den Göttern des Meeres. Das fand ich sehr interessant und eindrucksvoll! Danach sind wir in unser Hotel ("ryokan") gefahren und dort zuerst ins onsen. Ganz toll: es gab ein Außenbecken. Das ist wirklich Entspannung pur und wunderschön; es war schon dunkel und man konnte den Mond sehen, die Luft ist kühl, aber das Wasser sehr heiß... einfach wunderbar! Und falls einem mal doch zu heiß wird, setzt man sich an den Rand des Beckens und lässt nur die Beine ins Becken baumeln. Auch das Essen war wirklich eindrucksvoll, auch wenn es hin und wieder Sachen gibt, die ich dann doch lieber an wen anders weitergebe. Was inzwischen aber ganz gut klappt, ist einen gebratenen Fisch mit Stäbchen zu essen. Die Schwierigkeit daran sind nämlich die Gräten, man bekommt wirklich einen ganzen Fisch, in dem noch alle Gräten sind. (Meine Mutter Rieko mit der jüngeren meiner Schwestern Nonoka und meinem Bruder Tomoaki) Am nächsten Tag war das Wetter leider nicht ganz so gut, aber wir hatten trotzdem viel Spaß. Wir sind in ein Alligator- und Pflanzen-Center gefahren. Ich weiß, das klingt irgendwie seltsam... Aber es war echt interessant. Wie man auf die Kombination von einerseits Alligatoren und andererseits einem Gewächshaus mit allen möglichen Arten von Pflanzen, Sträuchern und Bäumen kommt, weiß ich allerdings auch nicht. Trotzdem gab es wirklich viel Schönes, Spannendes und Fremdes zu sehen. So habe ich zum Beispiel zum ersten Mal einen Bananenbaum gesehen Und wirklich wunderschön, waren die Wasserlotusse! Hier ein kleines "Familienbild", das meine Mama aufgenommen hat. Am letzten Tag war dahingegen echt schönes Wetter und wir sind in eine Art Spaß- und Aktivitätenpark gefahren. Dort konnte man Trampolin springen, Go-Kart fahren, es gab verschiedene Parcours und ein paar kleine Achterbahnen. Wir hatten alle auf jeden Fall sehr viel Spaß! Danach ging es dann wieder nach Hause

5.1.15 09:31, kommentieren

Die japanische Sprache II

Auch die japanische Grammatik unterscheidet sich sehr von der deutschen, bzw. generell der der romanisch abstammenden Sprachen. Einige Sachen sind bedeutend einfacher. So gibt es zum Beispiel nur zwei Zeiten: Vergangenheit und nicht-Vergangenheit. Ein anderes Beispiel ist, dass man weder Nomen dekliniert, noch Verben konjugiert; sehr angenehm! Die Funktion eines Nomens wird im Japanisch durch Partikel ausgedrückt, die direkt hinter dem Wort stehen. Ein kleines Beispiel: 私はセレーねです。(watashiwa serene desu.) "Ich bin Selene." Die Partikel は(wa) kennzeichnet das Thema des Satzes, also 私(watashi) "ich". Das Verb steht im Japanischen übrigens immer am Ende des Satzes. Hier ist also das Verb です(desu) "sein". Auch für die Bildung des Genitivs oder generell von näheren Bezeichnungen eines Nomen wird eine Partikel genutzt: の(no). Dabei steht die zusätzliche Information vor dem Wort, das es näher beschreibt. Ein Beispiel: 私の荷物(watashi no nimotsu) "mein Gepäck" oder auch 日本語の先生(nihongo no sensei) "Lehrer des Japanisch", also "Japanischlehrer". Das Verb wird zwar nicht konjugiert, das Verb です(desu) "sein" kann also "ich bin", "du bist" oder auch "wir sind" bedeuten, aber dafür gibt es sehr viele Verbendungen. Diese verbinden Sätze und beinhalten Konjugationen oder auch das, was bei uns Hilfsverben ausdrücken. Ändert man zum Beispiel das Verb 食べる(taberu) "essen" in 食べながら(tabenagara) bedeutet das "während ich esse". Ein anderes Beispiel das Verb 泳ぐ(oyogu) "schwimmen". Wird es zu 泳げる(oyogeru) bedeutet es "ich kann schwimmen". Auch ein Verneinung wird durch eine Verbendung ausgedrückt: noch mal 食べる(taberu) "essen", was zu 食べない(tabenai) "ich esse nicht" wird. Im Japanischen sind also einige Sachen wirklich einfacher, aber dafür hat man (natürlich) mit anderen zu kämpfen. Als nächstes kommt mein Bericht über mein Silvester hier. Da jedoch eher Neujahr gefeiert wird und diese Feierlichkeiten bis zum 7. Januar (in einigen Regionen sogar bis zum 15.) gehen, kann ich erst jetzt etwas dazu schreiben. Ich hoffe, ihr seid alle wieder gut im Alltag angekommen!

11.1.15 10:13, kommentieren