Selene in Japan

Ein Jahr im Land der aufgehenden Sonne
 

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Yokohama English Garden und Sankeien

Hiermit der letzte, noch ausstehende Bericht über die Golden Week. Da ich diese Woche von Montag bis Freitag auf Jahrgangsfahrt in Hiroshima, Nara und Kyoto war, bin ich jetzt erst dazu gekommen, ihn zu schreiben. Ich hatte Hikaru, das japanische Mädchen, dessen deutsche Gastfamilie vor zwei Jahren meine Familie war, besucht. Dabei war ich mit ihr bei einem AFS-Event, bei dem ich andere Austauschschüler, die gerade in Japan sind kennengelernt habe. So war ich mit einer Italienerin während der Golden Week in zwei Gärten, wobei der eine eher schon ein riesiger Park war. Zuerst waren wir im "Yokohama Englisch Garden". Das ist ein Garten, der ungefähr 600 verschiedene Rosenarten als Hauptattraktion hat. Er ist eingeteilt in fünf verschiedene Bereiche, mit verschiedenen Rosen und dazu passenden anderen Blumen und Gräsern. So gibt es zum Beispiel den "Roses and Perennial Garden" (Rosen und beständige Blumen Garten), der nur weiße Blumen enthält und somit ein Eindruck von Reinheit geben soll. Es war auf jeden Fall sehr schön und hat gut gerochen! Später habe ich erfahren, dass die Rose die offizielle Blume Yokohamas ist! Es heißt, dass sie durch Ausländer nach Japan kam und zuerst im Yamate Park gepflanzt wurde. Das ist der erste Park in Yokohama im westlichen Stil, gebaut von dessen ausländischen Bewohnern. Und als 1989 eine offizielle Blume für Yokohama gewählt wurde, stimmten die Bewohner für die Rose! Danach sind wir in den Sankeien gefahren, ein traditioneller Garten im japanischen Stil, in dem Gebäude aus verschiedenen Jahrhunderten und Teilen Japans versammelt sind. Er wurde designt und gebaut von dem wohlhabenden Seidenfabrikanten und Kunstliebhaber Sankei Hara (eigentlich Tomitaro Hara), der ihn dazu nutze, um von ihm erworbene Gebäude aus ganz Japan dort wieder aufzubauen. Zudem baute er dort auch neue Gebäude, unter anderem traditionelle Teehäuser für Teezeremonien. Der Garten ist 175.000m² groß mit siebzehn alten Gebäuden mit historischer Bedeutung. Acht der Gebäude wurden sogar als Wichtiges Kulturgut Japans designiert, darunter unter anderem eine dreistöckige Pagode aus Kyoto aus dem Jahr 1457. Diese ist das älteste Bauwerk des Gartens und wurde zu dessen Symbol. 1906 wurde der "Äußere Garten" für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht und ab 1953 auch der "Innere Garten".

1.6.15 11:53, kommentieren

Jahrgangsfahrt 1: Miyajima und Hiroshima

Hallo ihr Lieben, nun beginnen meine Berichte über meine Jahrgangsfahrt nach Hiroshima, Nara und Kyoto. Da ich so viel zu erzählen habe, habe ich beschlossen das in "kleinen Häppchen" zu machen Am 25. Mai haben wir uns alle am Bahnhof des Shinkansen, des Hochgeschwindigkeitszuges, getroffen. Und dann ging die Reise los: Mit dem Shinkansen haben wir ungefähr viereinhalb Stunden bis Hiroshima gebraucht, Mittagessen gab es im Zug. Da wurde es schon sehr lustig und ich hatte viel Spaß mit meinen Freundinnen. In Hiroshima angekommen, haben wir zunächst unser Gepäck in einen Kleintransporter geladen, der es zu unserem Hotel gebracht hat. Denn wir sind mit dem Bus nach Miyajima gefahren, eine Insel ganz in der Nähe von Hiroshima. Und dort war es wunderschön, besonders auch dank des tollen Wetters! Auf dieser Insel befindet sich das 431,2 Hektar große Welterbe "Miyajiima Island". Es umfasst den Itsukushima Schrein, das Meer davor und den "Mt. Misen Urwald". Wir haben uns den Itsukushima-Schrein angeguckt und sind dann ein bisschen durch die Straßen geschlendert, die mit voll Essen und Souvenirs sind. Der Itsukushima-Schrein ist den drei Munakata Göttinnen gewidmet, Ichikishima-hime, Tagitsu-hime und Tagori-hime. Sie werden verehrt als Göttinnen der See, der Verkehrssicherheit, des Glücks und der Vollendung. Er wurde 593 gebaut, aber seine momentane Fassung ist aus dem Jahr 1168. Er liegt wirklich wunderschön. Auf Stelzen gebaut, liegt er je nach Gezeiten auf dem Wasser, im Hintergrund die bewaldeten Berge der Insel. Das Orange-Rot, in dem der Schrein angestrichen ist, soll böse Geister fernhalten. Da er auch heutzutage regelmäßig angestrichen wird, erstrahlt er nach wie vor in der auffälligen Farbe. Zudem hilft die benutze Lackfarbe gegen Korrosion. Besonders berühmt ist auch das O-torii Tor, das 16,6 Meter hoch ist und ungefähr 60 Tonnen wiegt. Es steht vor dem Schrein im Meer, aber bei Ebbe kann man manchmal zu Fuß bis dahin gehen. Danach sind wir in unser Hotel in Hiroshima gefahren, welches direkt neben dem Friedenspark und dem Atombombendom lag. Das beides haben wir uns dann auch am zweiten Tag angesehen. Außerdem waren wir im Friedensgedächtnismuseum. Das war wirklich beeindruckend und grausam zugleich. In dem Museum sind zahlreiche Ausstellungsstücke, die einem den Schrecken der Atombombe näher bringen. Das geht von zerrissenen Schuluniformen über einen Stein auf dem man den Schatten eines Menschen sehen kann (vermutlich alles, was von diesem übrig geblieben ist) bis zu einem Teil einer weißen Wand, auf dem man den radioaktiven Schwarzen Regen, der nach der Explosion fiel, sehen kann. Doch es ist auch bewundernswert und mutmachend zu sehen, wie so eine Stadt wieder aufgebaut wurde. Auch der Friedenspark ist wunderschön und voller Symbole der Hoffnung. Wir wurden in kleinen Gruppen von freiwilligen Führern durch den Park geleitet, die uns viel über die zahlreichen Denkmäler dort erzählt haben. So gibt es ein ewig brennendes Feuer, das erst gelöscht werden soll, wenn auf der Welt Frieden herrscht oder das Friedensdenkmal der Kinder. Dieses fand ich sehr berührend. Es stellt ein Mädchen dar, das einen stilisierten, riesigen Faltkranich in die Höhe hält, inspiriert durch die Geschichte des Mädchens Sadako, die sechs Jahre nach der Bombe an Leukämie erkrankte und schließlich starb. Sie ist berühmt dafür, dass sie versucht hat 1000 Kraniche zu falten, um - wie es eine alte japanische Legende besagt - einen Wunsch erfüllt zu bekommen.

1 Kommentar 7.6.15 02:28, kommentieren