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Puppenfest - Hinamatsuri

Endlich mal wieder ein Beitrag mit ein paar Bildern! Und zwar über das Puppen- oder auch Mädchen fest Hinamatsuri ひな祭り , welches wirklich beeindruckend ist! Das eigentliche Fest ist am 3. März, aber schon so ab Mitte Februar stellt man eine Art Treppenaufbau auf. Dieser Aufbau ist auch das wichtigste am ganzen Fest. Traditionell besteht er aus sieben Stufen, auf die die Puppen gestellt werden. Ursprünglich tragen diese Stoffe, mit Mustern aus der Heian-Periode, aber heutzutage gibt es auch moderne Stoffe. Auf der obersten Stufe ist das Kaiserpaar zu sehen. Der Kaiser trägt ein Schwert und die Kaiserin einen Fächer. Hinter ihnen ist ein goldener Wandschirm, zu dem rechts und links kleine Lampen stehen. Auf der nächsten Stufe sind drei Hofdamen, die jeweils sake(Reiswein)-Gerätschaften halten. Auf der dritten Stufe sitzen und stehen fünf Musiker mit traditionellen Instrumenten. Der eine Musiker hat kein Instrument, weil er der Sänger ist, dafür hält er einen Fächer. Es gibt drei Trommler und einen Flötisten. Auf der nächsten Stufe sind außen zwei Wächter, manchmal werden sie auch als Minister bezeichnet. Zwischen ihnen sind zwei kleine Tische mit Reisschalen. Direkt unter ihnen, also auf der fünften Stufe sind ein Orangen- und ein Kirschbaum. Außerdem noch drei Diener oder auch Samurai. Auf den untersten beiden Stufen sind Möbel, Gerätschaften und Wägen. Dabei sind die Sachen, die man im Palast benutzt auf der sechsten, und die, die die man außerhalb benutzt auf der siebten Stufe. So sind auf der sechsten Stufe zum Beispiel Truhen für Kimonos, eine Truhe für andere Kleidung mit einem Spiegel und Utensilien für die Teezeremonie. Auf der untersten Stufe sind dagegen zum Beispiel eine Sänfte, Lackboxen für Essen und ein von einem Ochsen gezogenen Wagen. Jede Familie, die eine Tochter hat, sollte mindestens das Kaiserpaar als Puppen haben. Da meine Gastfamilie zwei Töchter hat, haben wir zusätzlich zu dem großen Aufbau noch ein Kaiserpaar. Mit diesen Puppen wird um Glück und Schönheit für die Töchter gebeten. Ich habe gelesen, dass kommt von dem Brauch, Puppen auf Boote zu setzen und sie einen Fluss runterfahren zu lassen. Dabei sollen sie alles Böse mit sich nehmen. Was ich auch ganz spannend fand: man stellt die Puppen an einem sonnigen Tag auf und baut sie auch erst an einem schönen Tag wieder ab. Wenn sie deswegen noch nach dem 3. März da sind, muss man allerdings das Kaiserpaar umdrehen, sodass diese mit dem Rücken zu einem sitzen. Andernfalls heiratet die Tochter nicht! Außerdem gibt es noch Süßigkeiten und ganz viel andere Sachen mit Hinamatasuri-Motiven. Wir haben ganz süß aus Reiß, Omelett und anderem am 3. März unser Abendessen als Puppen gestaltet.

9.3.15 09:51

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Gesine (12.3.15 23:27)
... was für ein wundervoller und spannender Eintrag - besonders das Bild von eurem liebevoll gestaltetem Essen hat mich sehr beeindruckt.
vielen Dank für diesen tollen Bericht - wo hast du nur all dein Detailwissen her? Ich bin schwer beeindruckt.
Alles Liebe, deine Mtter

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