Selene in Japan

Ein Jahr im Land der aufgehenden Sonne
 

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Kimono

Wie vielleicht ein paar von euch schon wissen, habe ich mir einen Kimono gekauft, bzw. bin gerade dabei. Das ist wirklich eine faszinierende Welt! Und was man nicht alles braucht! Die Sachen, die man letztendlich sieht sind nämlich nur ein Teil vom Ganzen. Aber erstmal, was sieht man denn überhaupt? Da ist natürlich der Kimono an sich, dann noch der Obi und Obijime und Obiage. Außerdem meist noch die weißen Socken, bei dem der große Zeh von den anderen getrennt ist (tabi) und die Schuhe (sori). Kimonos sind traditionell aus Seide oder auch Wolle, aber inzwischen gibt es auch (durchaus hochwertige) aus Polyesther, die deutlich einfacher zu pflegen und reinigen sind. Will man einen Seiden-Kimono waschen, gibt man ihn an eine spezielle Reinigungsfirma für Kimonos. Dort werden alle Fäden gezogen, die Stoffteile einzeln gewaschen und dann wieder (mit neuen Fäden) zusammengenäht. Außerdem gibt es noch einige Unterschiede im Schnitt, die häufig etwas über das Alter der Trägerin und die Gelegenheit zu der der Kimono getragen wird aussagen. So werden ganz lange Ärmel (furisode) nur von jungen Frauen getragen. Nachdem man verheiratet ist, würde das sehr komisch rüberkommen, meinte meine Gastmutter. Aber auch eine junge Frau trägt furisode nur zu festlichen Anlässen. Bei einem eher zwanglosen Ereignis wäre sie damit "overdressed". Dann gibt es natürlich (fast) alle vorstellbaren Farben und Muster und Bilder. Als ich meinen Kimono gekauft habe, wurde ich allerdings durch eine Sache etwas in meiner Wahl eingeschränkt: meiner Körpergröße. Da ein neuer Kimono sehr teuer ist, habe ich meinen in einem Second-Hand-Laden für Kimonos gekauft. Doch alte Kimonos sind mir häufig zu klein! Denn früher waren die Japaner ja (noch ) kleiner als heute, wodurch auch die Kimonos kürzer und schmaler waren. Auch Obis gibt es ganz verschiedene, die sich aber hauptsächlich durch die Musterung unterscheiden. So gibt es Obis, die komplett gemustert sind und welche, die eine Grundfarbe haben und nur an der Stelle, die vorne liegt und der, die gebunden wird, gemustert sind. Generell kann man sagen je mehr gemustert, desto teurer! Auch hier gibt es natürlich ganz viele verschiedene Farben und Muster. Kimonos und Obis mit Bildern sind häufig verschiedenen Jahreszeiten oder Anlässen zugeordnet. Ein Kimono, auf dem Ahornblätter zu sehen sind, besonders wenn sie rot sind, wird zum Beispiel im Herbst getragen. Allerdings scheint das heute nicht mehr ganz so streng angesehen zu werden. Unter anderem weil die meisten jungen Japaner die Bedeutungen vieler Bilder gar nicht mehr kennen. Aber jetzt zu den Sachen, die unter all dem versteckt sind und man nicht sieht. Das fängt unter anderem an mit einer Art Unterkleid, geht weiter über diverse Bänder (dünn und breit) und endet bei einem gewölbtem Pappbrett, das den Obi verstärkt. Ich habe von einer Freundin meiner Gastmutter, die Kimono-Lehrerin ist, beigebracht bekommen, mir meinen Kimono selber anzuziehen. In Deutschland gibt es schließlich niemanden, der mir dabei helfen könnte. Momentan brauche ich dafür mindestens eine Stunde, aber mit etwas Übung schaffe man das wohl in so 20 Minuten... Dann muss ich wohl noch etwas üben!

5.5.15 06:07

bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Berenike (5.5.15 08:56)
Wow beeindruckend! Du siehst wunderschön aus!


Heiko (16.5.15 21:19)
Hi Selene,
sieht echt super aus, beeindruckend!
Gibt es auch was über Männer Kimonos zu erzählen oder ist das absolut nicht relevant? Sprich tragen Männer nur die relativ einfachen nüchternen, die man manchmal sieht?

LG aus Düsseldorf
Heiko

btw: Ende Mai haben wir wieder Japan Tag. Ich wird an Dich denken...

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